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Alles unter null.
„Tiefenheimer in Not. Alles unter null. Und alles erstarrt.“ Der seltsame Notruf war in der unterirdischen Kolonie Tiefenheim auf einer brüchigen Funkfrequenz empfangen worden und hatte grob geortet werden können. Nun machte sich ein Suchtrupp aus fünf unerschrockenen Freiwilligen auf den Weg durch den schier undurchdringlichen Nebel an der Erdoberfläche. Sie alle trugen dicke Thermoanzüge, mit modernster Technik ausgestattete Astronautenhelme – und Waffen. Seit der Planet in eine neue Eiszeit gestürzt war und die verbliebene Bevölkerung sich in kleinen Verbänden unter die Erde zurückgezogen hatte, war die Oberfläche aufgrund marodierender Banden und wilder Tiere zu einem lebensfeindlichen Ort geworden.
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ANTIKHOF PFUNDEISEN – Band 1 – Kapitel 1
Ein Flüstern in der Nacht... „Mach dir keine Sorgen wegen der Erbschaftssteuer“, lachte Aarons Vater gönnerhaft. Seine schwere Hand klatschte auf die Schulter seines Sohnes. „Ich hab den Wert viel zu niedrig angesetzt. Aber Hubert macht die Sachbearbeitung auf dem Finanzamt und der schuldet mir noch einen Gefallen. Du weißt ja: Eine Hand wäscht die andere!“ „Hast du deshalb auch so schnell einen Notartermin bekommen? Schuldet der dir auch noch was?“ fragte Aaron emotionslos. „Nein, den hab ich dafür bezahlt. Der kann immer Geld gebrauchen. Ist ja auch kein Wunder bei seiner Spielsucht“, schnaubte sein Vater verächtlich.
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chaos+prinz goes Social Media
Aus einer Laune heraus – und weil ein neues Jahr begonnen hat – habe ich meinem kleinen Hobbyprojekt endlich ein paar eigene Social Media Profile gewidmet. Nachdem ich in letzter Zeit enormen Spaß daran entwickelt habe, für meine neuesten Geschichten kleine Trailer in Wort, Bild und Ton zu basteln, musste natürlich auch ein YouTube-Kanal dabei sein. Und nachdem die Facebook-Seite ja schon viele Jahre existiert, musste ich auch endlich mal auf Instagram nachziehen. Und damit man sich einigermaßen mit all diesen Möglichkeiten zurecht findet, gibt es auch noch einen Linktree dazu. So habt ihr als Leser*in also jetzt die Möglichkeit, die Abenteuer aus der Feder des chaos+prinzen auch auf einem…
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Regenbogenfarben sind die Geister
Teile meines Körpers fielen zu Boden. Eines nach dem anderen. Gnadenlos schnitt der kalte Stahl der Schere in das, was eben noch Teil von mir war. Doch es war kein Blut zu sehen. Die Hand, die die Schere führte, gehörte offensichtlich einem Profi. Dem rothaarigen Mädchen neben mir erging es ähnlich. Tief in den Stuhl eingesunken ließ sie die Prozedur mit geschlossenen Augen über sich ergehen. Ich hätte sogar schwören können, dass sie ziemlich gut fand, was gerade mit ihr geschah. Sie blickte kurz zu mir herüber und grinste mich an. Die Locken waren von ihrem Kopf verschwunden und lagen jetzt rings um ihren Stuhl in einem Friseursalon in Werderstedt…
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ANTIKHOF PFUNDEISEN – Band 1 – Prolog
Aaron Pfundeisen hatte schon mit acht Jahren seine ersten Erfahrungen mit dem Übersinnlichen sammeln können. Freilich hatte er die seltsamen Ereignisse damals noch nicht einzuordnen gewusst, denn die Grenzen zwischen Fantasie und Wirklichkeit verschwimmen in einer kindlichen Wahrnehmung bekanntlich schnell einmal. Und Jahre später kann man nur noch vage erahnen, ob einer Kindheitserinnerung lediglich Träumerei oder wahrhaftig Erlebtes zugrunde liegt.
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Die stille Erhabenheit des Sommers
Samstagmorgen. Ich sitze mit einer Tasse Heißgetränk auf der Terrasse und lasse mich von den sanften Strahlen der Frühsommersonne kitzeln. Sie zaubern mir durch die geschlossenen Augenlider hindurch Bilder von Strand und Meer direkt in meinen Kopf. „Klirr“. Es ist wieder soweit. In Nachbars Garten höre ich die Sektgläser klirren, als zum wiederholten Male auf einen ganz besonderen Moment angestoßen wird. Nachdem Horst von gegenüber schon bewundernden Blickes die Anschaffung des Jahres begutachten durfte und Birgit von drei Häuser weiter aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommen wollte, ist es nun an Ulrike, in Ehrfurcht zu erstarren. Doch was versetzt den gesamten Freundes- und erweiterten Bekanntenkreis wohl derart in Ekstase?…
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Dämonenwahl!
Wo ich eben noch Tränen aus Freude lachte und für einen Moment nur ans Heute dachte, legt dunkler Schatten sich auf meine Seele, greifen gierige Finger nach meiner Kehle. Mein Lachen gefriert, wirkt nur noch gequält, Nebel im Kopf – jeder Sonnenstrahl fehlt. Meine Hoffnung verliert sich und die Luft bleibt mir weg, es reißt mich nach unten in einem Strudel aus Dreck. Mein eigener Kopf wird zu Richter und Henker, ich bin nicht mehr Dichter, sondern hauptsächlich Denker. Grüble üble Gedanken unentwegt hin und her - der, der ich war, existiert fast nicht mehr. Von Zeit zu Zeit müssen die, die mich jagen, mit aller Härte der Schwärze zuschlagen.…
