Geschichten

  • "Aaron Pfundeisen",  Alle Texte,  Geschichten

    ANTIKHOF PFUNDEISEN – Band 2 – Kapitel 1

    Was für ein Zirkus Wenn man im Spätsommer, nach einem Ausflug in die Chiemgauer Alpen, am späten Nachmittag bergabwärts auf der B305 Richtung Chiemsee durch die Wälder fährt, immer entlang der plätschernden Gebirgsflüsse und kristallklaren Bergseen, passiert man dann im Tal angekommen zahlreiche idyllische Dörfer, die im Wesentlichen aus Hauptstraße zu bestehen scheinen. Doch würde man sich die Mühe machen, letztere aufs Geratewohl zu verlassen und sich von einem gemäßigt urlaubsträgen Entdeckerdrang leiten zu lassen, würde man über das ein oder andere Kleinod stolpern. Hier zum Beispiel würde es sich anbieten, auf dem kleinen Parkplatz in der Dorfmitte, gleich links an der Hauptstraße, zu rasten und zu Fuß in den…

  • "Aaron Pfundeisen",  Alle Texte,  Geschichten

    ANTIKHOF PFUNDEISEN – Band 2 – Prolog

    Das hier ist der Prolog meines zweiten "Cozy-Grusel-Kurzromans" in der Reihe ANTIKHOF PFUNDEISEN. Er wird "Am Abend des siebten Wunders" heißen. Den ersten Band kannst du als gedrucktes Buch oder als Kindle-EBook auf Amazon erwerben! Am zweiten Band schreibe ich gerade... + Vor ziemlich genau 30 Jahren. Anton Pfundeisen legte in der Dämmerung schweigend und mit starrem Blick eine einzelne Rose auf die Erde vor den grob behauenen Stein mit der eingemeißelten Inschrift „Florentine Pfundeisen“. Es war der erste Jahrestag eines viel zu frühen Abschieds und er hatte noch lange keinen Frieden damit schließen können. Im Gegenteil – die Selbstvorwürfe und der Zweifel an den eigenen Lebensentscheidungen hatten nie lauter…

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    Mitternachtsdinner

    Ich weiß nicht, ob mir jemals jemand diese Geschichte glauben wird, denn sie klingt eher nach einer Episode jeder x-beliebigen Grusel-Hörspiel-Serie als nach der Wahrheit. Ich habe hier im Forum bisher nur auf die Erzählungen anderer reagiert und konnte keine eigenen Erlebnisse beisteuern. Außerdem habe ich mich immer für sehr rational gehalten und habe in allen Geschichten hier eine mögliche „natürliche“ Erklärung gefunden. Daher habe ich auch lange überlegt, ob ich dieses Erlebnis mit euch teilen möchte oder nicht. Ich habe mich nun dafür entschieden.

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    Im Fackelschein

    Im Fackelschein werfen wir wild flackernde Schatten in die Umgebung, die noch schwärzer als die Dunkelheit der Nacht durch die Bäume zucken und mich immer wieder nervös zur Seite blicken lassen. Unsere Fackelwanderung durch den eisigen Winterwald Richtung Mühlenhof, wo eine festlich gedeckte Tafel auf mich und die Kollegen aus der Abteilung wartet, hat eine ungeplante Verlängerung erfahren. Als wir eben unerwartet an dem mit Flatterband und Warnschildern abgesperrten Weg am Weitergehen gehindert wurden, mussten wir notgedrungen eine andere Richtung einschlagen. Der Nebel steigt langsam aus dem Boden, dämpft unsere Schritte und verkürzt die Sicht auf wenige Meter. Auch der mit schweren Wolken verhangene Vollmond hat keine Chance, diesem Umstand…

  • "Michael Bold",  Alle Texte,  Geschichten

    Der Blumenmann

    „Was haben Sie gefühlt, als Sie den Ring ins Meer geworfen haben?“ Sie betonte die Worte „den Ring“ in einer Weise, als wolle sie ihnen imaginäre „Gänsefüßchen“ verpassen, verzichtete jedoch auf die übliche Bewegung mit den Fingern in der Luft. Ihr Tonfall in Verbindung mit einer hochgezogenen Augenbraue erfüllte allerdings den gleichen Zweck. Ich ging nicht auf diese Provokation ein, wenn es denn überhaupt eine solche hatte sein sollen. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich das trotz meiner journalistisch geschulten Beobachtungsgabe noch nicht einschätzen.

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    Alles unter null.

    „Tiefenheimer in Not. Alles unter null. Und alles erstarrt.“ Der seltsame Notruf war in der unterirdischen Kolonie Tiefenheim auf einer brüchigen Funkfrequenz empfangen worden und hatte grob geortet werden können. Nun machte sich ein Suchtrupp aus fünf unerschrockenen Freiwilligen auf den Weg durch den schier undurchdringlichen Nebel an der Erdoberfläche. Sie alle trugen dicke Thermoanzüge, mit modernster Technik ausgestattete Astronautenhelme – und Waffen. Seit der Planet in eine neue Eiszeit gestürzt war und die verbliebene Bevölkerung sich in kleinen Verbänden unter die Erde zurückgezogen hatte, war die Oberfläche aufgrund marodierender Banden und wilder Tiere zu einem lebensfeindlichen Ort geworden.

  • "Aaron Pfundeisen",  Alle Texte,  Geschichten

    ANTIKHOF PFUNDEISEN – Band 1 – Kapitel 1

    Ein Flüstern in der Nacht... „Mach dir keine Sorgen wegen der Erbschaftssteuer“, lachte Aarons Vater gönnerhaft. Seine schwere Hand klatschte auf die Schulter seines Sohnes. „Ich hab den Wert viel zu niedrig angesetzt. Aber Hubert macht die Sachbearbeitung auf dem Finanzamt und der schuldet mir noch einen Gefallen. Du weißt ja: Eine Hand wäscht die andere!“ „Hast du deshalb auch so schnell einen Notartermin bekommen? Schuldet der dir auch noch was?“ fragte Aaron emotionslos. „Nein, den hab ich dafür bezahlt. Der kann immer Geld gebrauchen. Ist ja auch kein Wunder bei seiner Spielsucht“, schnaubte sein Vater verächtlich.