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Mondtraum

Ártali ist aufgewacht,
in manch klarer Vollmondnacht,
hat sich gewünscht, er könnte fliegen.
Doch dafür ist er noch zu jung –
er muss erst grosse Flügel kriegen,
mit genügend Schwung.

Er würd so gern den Mond berühren
und mit eignen Krallen spüren,
ob er aus Käse ist, ob nicht –
und ob man ihn auch essen kann.
Und ob der Mond, wie man so spricht,
bewohnt ist von dem Mondenmann.

Drum hat er auch schon viel probiert,
hat manches Buch genau studiert
und bei da Vinci abgeschaut:
„Ártali wird heute schweben,
mit großen Flügeln, selbst gebaut.“
Doch leider gings daneben.

Einmal ist er dann sogar –
das war schon wirklich sonderbar –
mit rotem Sturzhelm und Raketen
den Berg hinab gerannt,
die Wolken zu betreten.
Wie hat er sich verbrannt!

Ob Trampolin, ob Leiterbau –
inzwischen weiß er ganz genau:
Ártali, du kleiner Drachen,
die Natur wird bald aus zarten
endlich starke Flügel machen.
Bis dahin musst du noch warten!

Drum liegt er abends da
und seufzt „wie wär das wunderbar,
zu fliegen bis zum Mond – so weit!“
Und wie er da so liegt und denkt
tut er der Traumfee manchmal leid,
die ihm dann schöne Träume schenkt.

In seinen Träumen ist er oben,
er ist selbst dort hin geflogen –
zum Mond, den er dann sanft berührt
und auch noch an ihm leckt.
Da hat er ganz genau gespürt,
dass der Mond nach Pudding schmeckt.

Seine Mama sieht ihn manchmal liegen
und weiß genau er träumt vom Fliegen,
denn seine Flügel flattern dann.
Und er flüstert vor sich hin:
„Schau wie hoch ich fliegen kann,
und wie groß ich bin.“

Sie deckt ihn zu mit warmen Decken,
behutsam, um ihn nicht zu wecken.
Sie weiß, wenn er im Sonnenschein
am nächsten Tag erwacht,
wird er ein bisschen traurig sein;
sich sehnen nach dem Flug der Nacht.

Dies ist die erste Episode „Aus dem Leben eines Drachen“. Mehr Geschichten und Gedichte unseres kleinen Monddrachen Ártali gibt es unter
www.monddrache-artali.de

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