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Dämonenwahl!

Triggerwarnung.
Das Ding ist leider ein bisschen zappenduster geworden…
Wobei es am Ende wieder hell wird:

Wo ich eben noch Tränen aus Freude lachte
und für einen Moment nur ans Heute dachte,
legt dunkler Schatten sich auf meine Seele,
greifen gierige Finger nach meiner Kehle.
Mein Lachen gefriert, wirkt nur noch gequält,
Nebel im Kopf – jeder Sonnenstrahl fehlt.
Meine Hoffnung verliert sich und die Luft bleibt mir weg,
es reißt mich nach unten in einem Strudel aus Dreck.

Mein eigener Kopf wird zu Richter und Henker,
ich bin nicht mehr Dichter, sondern hauptsächlich Denker.
Grüble üble Gedanken unentwegt hin und her –
der, der ich war, existiert fast nicht mehr.
Von Zeit zu Zeit müssen die, die mich jagen,
mit aller Härte der Schwärze zuschlagen.
Sie wollen nicht spielen, sie kommen zum Fressen,
lassen alles was gut war mich einfach vergessen.

Die Schatten zeigen mir all mein Versagen,
jeden kleinsten Fehler aus uralten Tagen.
Zeit heilt nichts, erst recht keine Wunden,
sie haben mich bisher immer wieder gefunden.
Sie stehlen mein ICH, mein inneres Licht,
hinterlassen nur Leere, mit Tonnengewicht.
Herzlichen Glückwunsch, ihr habt mich gekriegt –
doch eins habt ihr nicht: mich für immer besiegt!

Mein Bildnis im Spiegel sieht einer Person gleich,
die einmal ich war, nur traurig und bleich.
Ich muss erst mal tief in den Abgrund sehen,
muss erst mal fallen, um wieder aufzustehen.
Willkommen Schmerz, mein alter Gefährte,
der mir schon einige Narben bescherte.
Ich kenne dich gut, aber das gibt mir Kraft,
denn dich hab ich mehr als nur einmal geschafft!

Am tiefsten Punkt bin ich angekommen,
die Welt über mir nur noch dunkel verschwommen.
Geräusche durch Watte, kaum noch Realität –
so wie im Traum, in dem man neben sich steht.
Taubheit lähmt nun jeden einzelnen Sinn,
bis ich nicht mehr weiß, wer und wo ich bin.
Wenn man nichts mehr spürt, wer ist man dann?
Ist man nur jemand, wenn man fühlen kann?

In stumpfen Nebel mischt sich langsam ein,
eine Ahnung von Angst, ein Verloren sein.
Nein! Ich lasse mich nicht für immer lähmen,
jetzt ist die Zeit, den Kampf aufzunehmen!
Da, plötzlich Mut, denn es geht nicht mehr schlimmer…
„Schatten, kommt näher, wollt ihrs wie immer?
Ihr dämlichen Wichser, ihr könnt mich mal –
ich bitte zum Tanz, es ist Dämonenwahl!“

Endlich fühle ich etwas, es wurde auch Zeit.
Diese Wut ist viel besser, als zuvor Traurigkeit.
So drehen wir uns im Kreis immer schneller,
Dämonen und ich, mit der Zeit wird es heller.
Wir schrauben uns höher, immer weiter ans Licht –
„Dämonen bleibt bei mir, das übersteht ihr nicht!“
Gleich wird mich das Sonnenlicht blenden,
dann wird hier und jetzt die Episode enden.

Für einen kurzen Moment nur die Stille genießen.
Den Geist wieder öffnen und die Augen schließen.
Ein tiefer Atemzug, der sich anfühlt wie Leben –
weiß nicht, wie viel Zeit sie mir dieses Mal geben.
Sie kommen wieder, werden lautlos zuschlagen.
Eine Frage von Monden, von Wochen, von Tagen.
Bis dahin gehe ich Schritt für Schritt
zurück Richtung Hoffnung – und nehm MICH mit!

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