• "Aaron Pfundeisen",  Alle Texte,  Geschichten

    ALTE GESCHICHTEN Kapitel 8

    Licht & Schatten Um dieses Kapitel zu verstehen, sollte man sich unbedingt die vorangegangenen Teile meines Fortsetzungsromans „Alte Geschichten“ zu Gemüte führen. Alle Teile sind unter diesem Link zu finden. + Aaron spielte noch einige weitere Takte. Dann verlangsamte er das Tempo und schlug die Tasten nur noch mit halber Kraft an. Die Musik wurde leiser, aus der Melodie wurden einzelne Noten und aus den letzten Tönen wurde schließlich ein leiser Nachhall, der sich in den Weiten des Kellers in den entlegensten Winkeln verlor und nichts als Stille zurückließ. Aaron wagte kaum, zu atmen. Er drehte sich nicht um, sondern hielt den Blick auf die Tasten des Klaviers geheftet und…

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    ALTE GESCHICHTEN Kapitel 7

    Schall & Rauch... Nun endlich saß Aaron in einer gemütlichen Ecke des Ladens inmitten der antiken Möbel aber am Keyboard, welches wie ein Fremdkörper in dieser Umgebung wirkte. Und er raufte sich zum wiederholten Male die Haare. Denn sein Klavierlehrer John Aubrey setzte deutlich zu viele Kenntnisse voraus, wurde schnell ungeduldig und war im Allgemeinen ein eher unkonzentrierter Zeitgenosse. Zu oft fielen ihm in den unpassendsten Momenten zudem süffisante Anekdoten seines langen Lebens und seines noch längeren Todes ein, die er wortreich zum Besten geben musste.

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    ALTE GESCHICHTEN Kapitel 6

    Eine nächtliche Heimkehr... Ein ohrenbetäubendes Krachen ertönte wenige Sekunden später. Es war gleichzeitig am Himmel und beunruhigenderweise auch draußen in der Scheune zu hören. Ein gewaltiger, langgezogener Donner brach sich Bahn, doch da war noch etwas anderes. Alarmiert und etwas verunsichert sahen sich die beiden Männer an und eilten dann durch die versteckte Tür nach draußen in die große Ausstellung. Dem aggressiven Windzug nach zu urteilen hatte der immer heftiger aufziehende Sturm irgendwo ein Fenster aufgedrückt. In diesem Moment ging die ohnehin spärliche Beleuchtung in der großen Scheune aus und sie verharrten bewegungslos in absoluter Dunkelheit.

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    ALTE GESCHICHTEN Kapitel 5

    Eine leise Melodie... Zunächst war Aaron sich nicht sicher, ob sich tatsächlich jemand im Keller hinter ihm befand oder ob jemand – oder möglicherweise auch etwas – gerade wortwörtlich auf bestem Wege war, aus der Spiegelwelt herauszutreten wie in einem drittklassigen Horrorfilm. Doch diese Verwirrung hielt nur wenige Sekunden an, denn da hatte die Gestalt bereits begonnen, ihrer Verwunderung über das ungewöhnliche Kellergeschoss lautstark Ausdruck zu verleihen.

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    ALTE GESCHICHTEN Kapitel 4

    Der schwarze Spiegel... Aaron trat mit etwas mulmigem Gefühl über die Linie und stellte sich vor den verhüllten Spiegel. Er löste die Kordel, die das graue Laken fixierte. Dann griff er mit der rechten Hand beherzt in den sich erstaunlich kalt anfühlenden Stoff und zog vorsichtig daran. Das Tuch begann sofort, sich in einer einzigen, anmutigen und weichen Bewegung vom Spiegel zu lösen und elegant zu Boden zu segeln. Aaron starrte zunächst ehrfürchtig in sein eigenes, blasses Gesicht, das etwas stumpf vor ihm in der schwarzen Fläche reflektierte. Er trat einen Schritt zurück und ließ seinen Blick über den gesamten Spiegel schweifen. Beeindruckend sah er aus, der große, massive Rahmen…

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    Mitternachtsdinner

    Ich weiß nicht, ob mir jemals jemand diese Geschichte glauben wird, denn sie klingt eher nach einer Episode jeder x-beliebigen Grusel-Hörspiel-Serie als nach der Wahrheit. Ich habe hier im Forum bisher nur auf die Erzählungen anderer reagiert und konnte keine eigenen Erlebnisse beisteuern. Außerdem habe ich mich immer für sehr rational gehalten und habe in allen Geschichten hier eine mögliche „natürliche“ Erklärung gefunden. Daher habe ich auch lange überlegt, ob ich dieses Erlebnis mit euch teilen möchte oder nicht. Ich habe mich nun dafür entschieden.

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    Im Fackelschein

    Im Fackelschein werfen wir wild flackernde Schatten in die Umgebung, die noch schwärzer als die Dunkelheit der Nacht durch die Bäume zucken und mich immer wieder nervös zur Seite blicken lassen. Unsere Fackelwanderung durch den eisigen Winterwald Richtung Mühlenhof, wo eine festlich gedeckte Tafel auf mich und die Kollegen aus der Abteilung wartet, hat eine ungeplante Verlängerung erfahren. Als wir eben unerwartet an dem mit Flatterband und Warnschildern abgesperrten Weg am Weitergehen gehindert wurden, mussten wir notgedrungen eine andere Richtung einschlagen. Der Nebel steigt langsam aus dem Boden, dämpft unsere Schritte und verkürzt die Sicht auf wenige Meter. Auch der mit schweren Wolken verhangene Vollmond hat keine Chance, diesem Umstand…