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ANTIKHOF PFUNDEISEN – Band 2 – Kapitel 1

Was für ein Zirkus

Wenn man im Spätsommer, nach einem Ausflug in die Chiemgauer Alpen, am späten Nachmittag bergabwärts auf der B305 Richtung Chiemsee durch die Wälder fährt, immer entlang der plätschernden Gebirgsflüsse und kristallklaren Bergseen, passiert man dann im Tal angekommen zahlreiche idyllische Dörfer, die im Wesentlichen aus Hauptstraße zu bestehen scheinen. Doch würde man sich die Mühe machen, letztere aufs Geratewohl zu verlassen und sich von einem gemäßigt urlaubsträgen Entdeckerdrang leiten zu lassen, würde man über das ein oder andere Kleinod stolpern.

Hier zum Beispiel würde es sich anbieten, auf dem kleinen Parkplatz in der Dorfmitte, gleich links an der Hauptstraße, zu rasten und zu Fuß in den urigen Ortskern zu schlendern, der mit seinen kopfsteingepflasterten Gassen zu einem Spaziergang im goldenen Abendlicht einlädt.

Würde man den Parkplatz jedoch links liegen lassen und gleich die nächste rechts abbiegen, die zwar holprige doch erstaunlich stabile Holzbrücke überqueren und wenige Meter weiter Richtung Dorfrand ausrollen, käme man unweigerlich vor dem „Antikhof Pfundeisen“ zu stehen. Dieses ehemalige alpenländische Bauernhaus mit seinem Scheunenanbau beherbergt eben erwähnten Antiquitätenhandel bereits seit Jahrzehnten und war erst kürzlich wieder von Aaron Pfundeisen zu neuem Leben erweckt worden.

Heute jedoch würde die Reise vor einem verschlossenen Hoftor jäh zu einem Ende kommen, denn den Montag hatte Aaron unlängst zu seinem Ruhetag erklärt. Der Antikhof Pfundeisen war in den letzten Monaten zu einem mehr oder weniger bekannten Geheimtipp unter den größtenteils social-media-affinen Touristen der Gegend geworden. Hier hatte Aaron mit seinem ehemaligen Reise-Blogger-Profil nämlich kräftig die Werbetrommel gerührt.

Zusätzlich hatte Aaron eigenhändig in seiner kleinen Werkstatt im Gartenschuppen das auffällige hölzerne Schild mit den eingravierten und goldlackierten Buchstaben „Antikhof Pfundeisen“ restauriert, das nun in neuer Pracht an der Hauptstraße auf seinem windschiefen Pfahl thronte und die für Müßiggang aufgeschlossenen Durchreisenden neugierig machte. Zu den Öffnungszeiten stand hier auch eine dieser quietschbunten Werbefahnen, die für „Antikes, Kurioses & Unwahrscheinliches“ warb. Gerade jetzt im Spätsommer flatterte sie dann fröhlich im Wind.

Auf dem Antikhof angekommen würde man auf dem gepflasterten Hof mit seiner wunderschönen Linde im Zentrum erst einmal von einer Vielzahl an Girlanden mit dreieckigen Stoffwimpeln in allen erdenklichen Pastelltönen begrüßt. „Linde mit Wimpeln, Himmel und Bauernhaus“ war ein sicherlich dutzendfach fotografiertes und emsig online geteiltes Motiv der letzten Wochen gewesen.

Als nächstes würde man die vielen, teilweise versteckten Sitzmöglichkeiten entdecken, die sich beinahe spielerisch in die Umgebung einzufügen scheinen. Gesägte Holzstämme laden im Schatten der Linde zum Verweilen ein, kunstvoll geschnitzte Bänke locken mit rustikaler Gemütlichkeit an der Scheunenwand, eine steinerne Bank mit gepolstertem Sitzkissen in lässiger Streifenoptik vor dem Wohnhaus trumpft mit einem zugehörigen Tischchen aus einem alten Eichenfass auf.

Und genau an dieser Stelle saß der aktuelle Hausherr Aaron Pfundeisen in diesem Moment mit einer Tasse Kräutertee in der Hand und spürte so etwas wie tiefste Zufriedenheit. Der Spätsommer war neben dem Frühling seine liebste Jahreszeit. Noch nicht Herbst, aber auch nicht mehr Sommer. Tagsüber im T-Shirt unterwegs sein können und trotzdem abends ein wohltuendes Lagerfeuer entfachen und auf der Gitarre spielen. Diese wenigen perfekt ausbalancierten Tage im Jahr liebte er – egal, wo auf der Welt er sich gerade befand. Wann er zuletzt auf der Gitarre gespielt hatte, konnte er jedoch gar nicht so genau sagen. Die letzten Monate waren aber auch wie im Flug vergangen. So ist das wohl nun einmal, wenn sich das Leben eines Menschen so radikal ändert, wie es das seine im letzten halben Jahr getan hatte:

Er hatte die große weite Welt gegen den rustikalen Antikhof Pfundeisen im bayrischen Chiemgau eingetauscht. Und lebte hier zusammen mit dem Geist eines englischen Klatschreporters aus dem 17. Jahrhundert namens John Aubrey zusammen. Und dass ihm dieser Umstand inzwischen alles andere als ungewöhnlich erschien, hatte wohl vorrangig damit zu tun, dass auf dem Antikhof Pfundeisen noch reichlich bizarrere Dinge geschehen waren – und sicherlich noch geschehen werden. Von letzterem war Aaron felsenfest überzeugt.

Den Antikhof hatte er von seinem Großvater geerbt, nebst zugehörigem Hausgeist. Zum Erbe gehörte außerdem noch das geheimnisvolle Schmuckstück, die Kette mit dem beinahe lebendigen, tiefvioletten Stein, die er immer um den Hals trug und die ihm die Sicht in die Welt der Geister ermöglichte.

In den letzten Monaten hatte er den Antikhof aus seinem vorrübergehenden Dornröschenschlaf geweckt. Die neueste Attraktion war der froschgrüne, zur mobilen Kaffeebar umgebaute Pferde-Transport-Anhänger, der jetzt gerade verschlossen in der Ecke stand und auf seinen nächsten Einsatz wartete. Immer am Wochenende wurde er von Xaver, einem Lebenskünstler aus der Umgebung, mit seiner Familie zum Leben erweckt. Xaver verwöhnte die Besucher dann mit handgemachten Kaffee-Spezialitäten und zuckersüßem Kleingebäck. Und manchmal konnte man dann auch von Xavers jüngstem Sohn persönlich handbemalte Glücksorakelsteine käuflich erwerben, die einem ein bedeutungsschweres Schicksalswort mit auf den Weg gaben. Zuletzt hatte Aaron einen Stein mit dem Orakelwort „Wunder“ bekommen. Er trug ihn seitdem in seiner Hosentasche mit sich.

Viele Besucher ließen sich gerne auf den Sitzgelegenheiten nieder und blieben eine kleine Weile, um die ganz besondere Atmosphäre des Antikhofs in sich aufzunehmen und wie ein Andenken an den Urlaub in ihren Köpfen mit nach Hause zu tragen. Diese kleinen Ruheoasen beschränkten sich nicht nur auf den Außenbereich – auch im Laden selbst hatte Aaron in den letzten Monaten hier und da gemütliche Ecken geschaffen, inmitten der vielen Antiquitäten und Kuriositäten und stets mit antiquarischen Büchern in Reichweite, um das Bleiben noch leichter zu machen.

Dieses Konzept war bisher sehr gut aufgegangen, denn die Mehrzahl der Gäste erwarb am Ende einer solchen Auszeit inmitten erlebbarer Geschichte eine Kleinigkeit aus dem Fundus. Mal war das eine antike Porzellantasse, mal eine vergilbte Postkarte, mal ein uralter Silber-Ring mit geheimnisvoller Herkunft.

Doch das eigentliche Geschäft blieb den Gästen weiterhin verborgen. Ein Stockwerk tiefer, nur erreichbar über den versteckten Aufzug im hinteren Bereich oder die getarnte Falltür inmitten der Ausstellungsfläche, lagerten diejenigen Stücke, die nicht zum freien Verkauf zur Verfügung standen. Denn die meisten von ihnen trugen ein dunkles Geheimnis. Viele davon waren gefährlich, unheimlich, geisterhaft – oder   alles zusammen.

Aarons Großvater hatte hier neben dem Antiquitätenhandel auch eine Art Anlaufstelle für paranormale Rätsel und Probleme aufgebaut und damit die meist deutlich lohnenderen Umsätze generiert. Dieser Teil des Geschäfts lief allerdings erheblich langsamer wieder an, denn noch hatte Aaron nicht den richtigen Weg gefunden, hier an die entsprechende Kundschaft zu gelangen. Durch Zufall hatte er aber im Frühling bereits zwei große Geheimnisse lüften können – und eines davon hatte ihm eine erstaunlich hohe Geldsumme eingebracht, die ihn erst einmal ruhig schlafen ließ. Er vertraute inzwischen darauf, dass sich die Dinge wie von selbst ordnen würden. Zumindest versuchte er das.

In allen paranormalen Fragen stand ihm sein Hausgeist, der lieber als „suchende Seele“ bezeichnet wurde, zuverlässig zur Seite. Mehr mit Rat denn mit Tat selbstverständlich, denn die haptische Interaktion mit der lebendigen Welt war für John Aubrey trotz des geheimnisvollen Steins, von dem auch er ein Stück zu seinem Besitz zählte, sehr schwierig. Doch er zögerte niemals, mit ausschweifenden Geschichten und Vorträgen über sein Leben und sein Leben nach dem Tod aufzuwarten, wenn es auch nur halbwegs zum Thema passte. Welche Geschehnisse davon sich tatsächlich zugetragen hatten und welche davon frei erfunden waren, konnte man bei einem toten Klatschreporter natürlich nie wissen. Genau wie bei den Geschichten, die Aarons Großvater ihm als Kind immer erzählt hatte, wenn er die Sommerferien auf dem Antikhof verbracht hatte.

Und dann war da noch Thea. Dorothea, Aarons Schulfreundin aus Kinder- und Jugendzeit, war ebenfalls wieder in sein Leben getreten und hatte sein Innerstes ordentlich in Aufruhr versetzt. Da waren plötzlich Gefühle aufgetaucht, derer sich Aaron vorher nicht bewusst gewesen war. War da etwa mehr als Freundschaft zwischen ihnen?

Doch es hatte noch keine Gelegenheit gegeben, diese Gefühle Thea gegenüber zu offenbaren. Wobei, das war nicht ganz richtig. Denn vielleicht hätte es diese Gelegenheit sogar einige Male gegeben, doch zur passenden Gelegenheit gehört in einem solchen Fall noch etwas anderes, nämlich Mut. Und dieser hatte Aaron immer im entscheidenden Moment verlassen. Und dann war Thea erst einmal ins Ausland gegangen.

Das lag mitnichten daran, dass Aaron ihr am Ende des Frühsommerfestes seinen Hausgeist persönlich vorgestellt hatte, nachdem er ihr einen maßgefertigten Ring mit einem Teil des Steins, der die Welten verbindet, überreicht hatte. Nein, dieses Erlebnis hatte Thea erstaunlich gut und schnell verkraftet. Aaron hatte John und Thea in den Folgetagen gar häufiger zusammen sprechen, lachen und flüstern hören. Sie schienen sich in Rekordzeit angefreundet zu haben.

Theas Auslandsaufenthalt war schon lange geplant gewesen und Teil ihres Studiums. Ein Projekt einer humanitären Organisation in Südafrika. Was genau sie da tat, wusste Aaron ehrlicherweise nicht. Wohl etwas, das mit Betriebswirtschaft zu tun hatte und damit in Aarons Augen mehr als suspekt war.

Thea hatte das Land verlassen, nachdem sie ihre kleine Ein-Zimmer-Wohnung gekündigt und das meiste ihrer überschaubaren Besitztümer verkauft hatte. Die restlichen, eher persönlichen Sachen und Stücke mit Erinnerungswert lagerten in einigen wenigen Umzugskartons in einer Ecke des Antikhofs.  „Ich komme im Herbst dann einfach zurück, steh mit meinen Koffern vor deiner Tür und du gibst mir Unterschlupf, bis ich wieder was Eigenes habe, oder?“ hatte sie Aaron gefragt. Doch an seiner Statt hatte John Aubrey ihr mit einem Strahlen im Gesicht zugesichert, dass sie so lange würde bleiben können, wie sie wollte.

Das Problem des „Wo genau?“ war für sein geisterhaftes Ich keine Überlegung wert gewesen. Dafür war schließlich Aaron zuständig. Und so hatte dieser also in den letzten Monaten nicht nur den Antiquitätenhandel wiederbelebt, sondern auch eines der Schlafzimmer im ersten Stock des Wohnhauses einer Generalüberholung unterzogen. Und das Ergebnis konnte sich durchaus sehen lassen. Wer weiß, ob er dieses Zimmer nach Theas Auszug an Touristen vermieten konnte? Er verwarf diesen Gedanken jedoch gleich wieder, denn eigentlich wollte er außerhalb der Öffnungszeiten des Antikhofs keine fremden Menschen in seiner Privatsphäre haben. Oder lag es daran, dass er Thea eigentlich gar nicht mehr würde gehen lassen wollen, wenn sie denn endlich an den Antikhof Pfundeisen zurückgekehrt sein würde?

Sein Handy meldete sich mit einem aufdringlichen Vibrieren. Er warf einen Blick aufs Display und sein Herz tat einen Hüpfer, denn Thea rief per Videocall an. Sie strahlte ihm braungebrannt entgegen und hielt ihn über die neuesten Erlebnisse auf dem Laufenden. Aaron lauschte ihrem gut gelaunten Bericht, als es ihm plötzlich eiskalt den Rücken runterlief.

John Aubrey hatte sich angeschlichen, um einen Blick auf das Display zu erhaschen und hatte Aaron dabei berührt. Eine solche Geisterberührung bleibt körperlich nicht unbemerkt – es fühlt sich an wie ein eiskalter Schauer, als würde ein Schwall unsichtbares Wasser über einem ausgegossen. Aaron hatte John nicht bemerkt, denn bei Tageslicht war dieser trotz magischem Stein nur schwach und schemenhaft zu erkennen, wenn er nicht gerade in einer schattigen Ecke stand.

„John will dir hallo sagen!“ schmunzelte Aaron, nachdem er sich von seinem Schrecken erholt hatte. Er sah, wie die blasse Gestalt John Aubreys aufgeregt in Richtung Smartphone winkte. Das war natürlich reichlich unsinnig, denn eine gewöhnliche Kamera ist bekanntlich nicht in der Lage, die geisterhafte Gestalt einer suchenden Seele einzufangen. Doch die Geste zählte und hören konnte Thea ihn, als er aufgeregt rief: „Fräulein Thea, wie schön, euch zu sehen! Nun sind die Tage bis zu eurer Rückkehr bald gezählt, habe ich Recht?“ Thea bestätigte, dass sie planmäßig am kommenden Wochenende, am Samstagnachmittag auf dem Flughafen in München ankommen und sich dann direkt auf den Weg zum Antikhof machen würde. Sie lehnte es jedoch strikt und mit liebenswürdiger Sturheit ab, von Aaron abgeholt zu werden, denn der Samstag war einer der umsatzstärksten Tage für den Antikhof. Und für diesen fühlte sie sich mindestens genauso verantwortlich wie Aaron selbst.

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Später am Nachmittag, als die Sonne schon tief am Himmel stand und der Wind spürbar auffrischte, hatte Aaron sich in das versteckte Arbeitszimmer hinter der Tapetentür zurückgezogen und am Laptop einige Ideen für die Zukunft des Antikhofs niedergeschrieben.

Sein Kräutertee hatte wohl gute Arbeit geleistet, denn er schreckte plötzlich in seinem Schreibtischstuhl auf. Er war offensichtlich eingenickt. Draußen ging die Sonne in einem letzten Glühen unter und schickte ihre glutroten Strahlen durch das Oberlicht, zauberte damit feine Streifen aus Licht in das düstere Zimmer, in denen der Staub ausgelassen tanzte. Doch etwas anderes zog Aarons Aufmerksamkeit auf sich. Er lauschte der entfernten Erinnerung einer leisen Drehorgelmusik, die in seinem Traum gespielt zu haben schien und bemerkte gleichzeitig ein sanftes Leuchten in einem der vielen Bücherregale im Arbeitszimmer. Die Regale reichten die Wände hoch hinauf und enthielten bestimmungsgemäß hauptsächlich Bücher, doch das ein oder andere kuriose Stück lagerte hier ebenfalls. Und Aaron hatte noch nicht die Gelegenheit gehabt, sich all diese Dinge genauestens anzusehen.

Die hölzerne Kiste mit ihren schlichten, dennoch kunstvollen Verzierungen war ihm zwar schon aufgefallen, er hatte sich aber noch nicht ausgiebig mit ihr beschäftigt. Jetzt ruhte sein Blick unwillkürlich länger auf ihr, denn aus ihr heraus schien ein Licht zu leuchten. Es stahl sich aus einem kleinen, haarfeinen Riss in der hölzernen Wand. Oder hatte er sich getäuscht? Der Schein verblasste jedenfalls bereits und verschwand schließlich zusammen mit der Erinnerung an die geheimnisvolle Musik. Und so war von beidem nur noch der Hauch eines Gedankens zurück, der in einem gerade erst erwachten Geist Zweifel daran aufkommen lässt, ob man wahrhaftig erlebt hatte, was man erinnerte.

Aaron schüttelte erst einmal seinen Kopf und stand auf, streckte seine müden Glieder und atmete tief durch. Dann ging er näher an die Kiste heran und nahm sie zögerlich aus dem Regal heraus. Er setzte sich wieder hinter den Schreibtisch und stellte die Kiste auf der Tischplatte vor sich ab. Sein Opa hatte ihm beigebracht, die Dinge erst einmal ausführlich zu betrachten und zu bewerten.

Hier, so würde er sagen, handelte es sich eindeutig um eine Replik. Man hatte versucht, ein hochwertiges Minnekästchen aus dem späten Mittelalter zu imitieren, doch außer, dass es wohl aus massivem Eichenholz zu bestehen schien, hatte man keinen Wert auf Authentizität gelegt. Die Bretter wurden nicht von Zapfen und handgeschmiedeten Eisennägeln zusammengehalten, sondern von Leim und kleinen Schrauben. Dieses Kästchen war keine Antiquität, es war einfach nur eine Kiste, in der sein Großvater Dinge aufbewahrt hatte. Beim Herübertragen hatte Aaron das Gewicht abgeschätzt und die Kiste leicht hin- und herbewegt und festgestellt, dass mehrere kleine, nicht allzu schwere Gegenstände darin lagern mussten.

Der metallene Überwurf, der die Kiste mithilfe des Dorns an der Vorderseite verschloss, war nicht weiter gesichert und Aaron konnte ihn hochklappen und den Deckel mühelos öffnen. Ja, hier quietschte und klemmte nichts. Er betrachtete den Inhalt der Kiste zunächst mit gerunzelter Stirn, konnte sich aber keinen Reim darauf machen. Die Dinge in der Kiste schienen willkürlich zusammengewürfelt zu sein und in keiner Verbindung zueinander zu stehen. Ein silberner Würfel mit merkwürdigen eingravierten Zeichen auf den sechs Seiten gehörte ebenso zum Inhalt der Kiste wie mehrere Briefumschläge, eine geschnitzte Spielfigur eines Schachspiels, eine goldene Münze und ein in Leder gebundenes Notizbuch.

Er nahm scheinbar zufällig, doch erstaunlich zielstrebig einen der Briefumschläge heraus und öffnete ihn. Darin befanden sich lediglich eine Fotografie und ein kleiner Schlüssel. Er nahm zunächst das Foto heraus. Laut aufgestempeltem Datum und einem kleinen Aufkleber war es vor etwa dreißig Jahren in einem Fotostudio in der Nähe auf ganz analoge Weise entwickelt worden. Ob es von seinem Großvater persönlich aufgenommen worden war? Er erkannte im Hintergrund des Motivs den wohlbekannten Kirchturm, es stammte also definitiv von hier.

Doch mehr noch als vom Hintergrund war Aaron vom Hauptmotiv fasziniert: Offenbar hatte eine Art Zirkus oder Varieté mit großer Holzbühne und bunten Zirkuswägen Station auf der großen Wiese vor dem Dorf gemacht. Diese Wiese war gar nicht weit entfernt vom Antikhof Pfundeisen und leicht zu Fuß zu erreichen, wenn man hinten im Garten durch das Holztörchen auf den kleinen Trampelpfad trat und dann einfach dem kleinen Bachlauf nach links folgte.

Der Aufbau hatte eine düster-geheimnisvolle Ausstrahlung, was wahrscheinlich auch am fahlen Morgenlicht und dem leichten Nebel lag, die zum Zeitpunkt der Aufnahme für eine herbstliche Schauerstimmung gesorgt hatten. Er legte das Foto zur Seite und ließ den Schlüssel aus dem Umschlag in seine Hand gleiten. Er erschrak in dem Moment, in dem das Metall seine Handfläche berührte. Hätte es doch allem gesunden Menschenverstand nach eiskalt sein müssen, fühlte es sich erstaunlicherweise handwarm an, so als ob jemand den Schlüssel vor kurzem für eine kleine Weile in Händen gehalten hätte. Aarons Gespür für das Übernatürliche war trotz der kurzen Zeit schon so weit ausgeprägt, dass er genau wusste: Dieser Schlüssel trug ein Geheimnis in sich. Ob es ein dunkles Geheimnis war, vermochte er nicht zu deuten. Doch der Schlüssel erweckte in ihm den sehnlichen Wunsch, ein weiteres außergewöhnliches Rätsel zu lösen. Vielleicht hatte er diese Neugier ja wirklich von seinem Großvater geerbt. „John, wie gut kennst du dich mit Zirkus aus?“

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„Ja, die faszinierende Welt des Zirkus…“ hatte John seinen Vortrag begonnen. Er hatte sich in seinen Lieblings-Ohrensessel im Arbeitszimmer gesetzt und war mit einem historischen Essay über die Entstehung des Zirkus in seiner heutigen Form in die Materie eingestiegen. Dass John sich in einen real existierenden Sessel setzen konnte, lag an einer Mischung aus Magie durch den geheimnisvollen Stein und schier übermenschlicher Willenskraft, wie er immer wieder gern betonte.

„Wisst ihr, zu meiner Zeit gab es die runde Manege in bunten Zelten noch nicht, als Akrobat oder gar Akrobatin war man der Verhaftung näher als dem Ruhm. Dennoch gab es freilich auf den berühmten Jahrmärkten in London selbiges Schauspiel zu bestaunen, wenngleich es sich oft als Musikaufführung oder Theaterstück tarnte. Erst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, das ich noch lebendig miterleben durfte, änderte sich das unter Charles II.“

Irgendwann während Johns historischen Abhandlungen musste Aaron mit seinen Gedanken abgedriftet sein, denn er konnte sich im Nahhinein nicht mehr erinnern, wie John den Bogen zu einer weiteren frivolen Liebesgeschichte aus seinen Memoiren gespannt hatte.

„Ach, die Holländerin, wie sie genannt wurde“, referierte er gerade mit verträumtem Blick. „Das war sie natürlich nicht wirklich, eine Holländerin. Das war schon damals ein wirkungsvolles Marketinginstrument. Sie war eine traumhaft schöne Frau und dazu stark – körperlich und ihres Charakters nach. Ich fühle mich zu starken Frauen seit jeher sehr hingezogen, wie ihr sicherlich schon wusstet, mein Herr Pfundeisen?“

Aaron kannte dieses Spiel. Rhetorische Fragen waren nicht dazu da, beantwortet zu werden, dennoch begrüßte John Aubrey eine wohlwollende Reaktion aus dem Publikum. In diesem Falle nickte Aaron ihm wissend und bestätigend zu. Eigentlich hätte er schwören können, dass Johns Vorliebe eher den etwas leichter zu beeindruckenden Damen seiner Zeit gegolten hatte, als den ebenbürtigen Versionen. Aber wer war er, diese lange zurückliegende Vergangenheit zu bewerten.

Stattdessen hatte ihn die Neugier gepackt und während John sich in teilweise grenzwertig intimen Einzelheiten seiner Affäre mit der Holländerin verlor, in der auch ein nächtliches Treffen auf dem hoch oben über dem Marktplatz gespannten Seil eine beunruhigend lebensgefährliche Rolle spielte, googelte Aaron unter dem Schreibtisch mit seinem Smartphone schnell einige Begriffe. Tatsächlich gelangte er zu einer berühmten Akrobatin dieser Zeit, die man „The Dutch Woman“ genannt hatte und von der eine Zeichnung erhalten geblieben war. Er grinste, was John nicht entging. „Langweile ich euch sehr, mein Herr Pfundeisen?“ fragte er gerade vorwurfsvoll. „Nein, ganz und gar nicht“, erwiderte Aaron. „Ich habe nur nach etwas gesucht. Ist das hier deine Seiltänzer-Freundin?“

Mit diesen Worten hielt er das Display seines Smartphones in Johns Richtung. Dieser runzelte die Stirn, stand auf und trat näher heran. Sein bereits missmutiger Ausdruck wurde noch ärgerlicher. „Das ist eine unverschämte und niederträchtige grafische Verleumdung ihrer außergewöhnlichen und einmaligen Anmut und Schönheit! Das könnt ihr mir glauben! Ihr glaubt doch nicht im Ernst, dass ich mich mit ihr eingelassen hätte, würde sie so… so… na, so wie das da aussehen!“ Er zeigte auf das Display. Dann atmete er tief durch und versuchte, sich zu beruhigen. Er nahm wieder in seinem Sessel Platz. Aaron sah ihn beinahe mitleidig an. „Nun habe ich meinen Faden verloren“, seufzte John.

„Lass uns doch mal ein bisschen weiter in der Zeit reisen… Kannst du mir etwas zu diesem Zirkus sagen?“ Mit diesen Worten legte Aaron die Fotografie auf die Tischplatte und schob sie in Johns Richtung. Dieser musste sich ein weiteres Mal erheben, was er seufzend und unter theatralisch gespielter Mühe tat. Als er das Motiv erblickte, schien er für einen Moment einzufrieren und seine ohnehin schon blasse Gesichtsfarbe wich ihm fast gänzlich aus dem selbigen.

„Oh, mein Herr Pfundeisen, eine gar seltsame Erinnerung bricht sich Bahn durch meine Gedanken. Es müssen nun drei Jahrzehnte vergangen sein, dieser Abend, dieser besondere, magische, merkwürdige Abend. Und jetzt, da es in mein Bewusstsein dringt, erfüllt es mich mit Sorge, um nicht zu sagen: Unbehagen!“ Er blickte Aaron ungewohnt ernst in die Augen. „Doch am besten wäre wohl, ich finge von vorne an, nicht wahr?“

Und John Aubrey erzählte von jener Nacht, in der er mit Anton Pfundeisen dem unheimlichen Clown begegnet war und von dem Tag, an dem die hölzerne Bühne wie aus dem nichts auf der Dorfwiese aufgetaucht und das Dorf plötzlich von Akrobaten bevölkert gewesen war. Natürlich waren die beiden Männer damals gemeinsam zur Vorstellung gegangen. Anton Pfundeisen hatte sich in die letzte Reihe gesetzt, so dass John hinter ihm stehen konnte, ohne für unnötigen Aufruhr zu sorgen. Die Reihen waren kurz vor Vorstellungsbeginn fast vollständig besetzt gewesen – es musste sich rasend schnell herumgesprochen haben, denn auch aus den umliegenden Dörfern waren die Menschen gekommen.

„Die Vorstellung selbst war durchaus von beachtlichen Meisterstücken der klassischen Zirkuskunst geprägt, wenngleich es über die Klassiker nicht hinausging: Feuer, Jonglage und Artistik jedweder Couleur. Doch in dieser besonderen Atmosphäre, in Szene gesetzt mit Licht und Musik und begleitet von den mystischen Geschichten und der sonoren Stimme des charismatischen Zirkusdirektors, verfehlte sie nicht ihre magische Wirkung. Alle Menschen waren verzaubert. Ein kleiner Junge aus dem Dorf, er hieß Michael, er ganz besonders. Er sprach nach der Vorstellung noch eine ganze Weile aufgeregt mit dem Direktor, doch dann wurde er wie alle anderen auf einmal sehr müde und seine ebenfalls gähnenden Eltern trugen ihn wortwörtlich nach Hause.“

Er hielt kurz inne und dachte nach. „Und hier fängt es an, unheimlich zu werden. Denn alle Besucher wurden nach der Vorstellung auf eine Weise müde, die ich mir nicht erklären kann. Nun, mich selbst ereilte dieses Schicksal natürlich nicht, doch ich begleitete euren Großvater nach Hause, um sicherzustellen, dass er dieses auch sicher erreichte. Er fiel in einen traumlosen Schlaf und erwachte erst am nächsten Morgen. Und wie ihr euren Großvater wahrscheinlich richtig einzuschätzen wisst, war seine erste Handlung am nächsten Morgen der eilige Marsch in Richtung Dorfwiese, nur um dort festzustellen, dass vom großen Zirkusspektakel nichts mehr zu sehen war. Wenn man wusste, was hier am Abend zuvor stattgefunden hatte, fand man zwar hier und da noch ein wenig plattgedrücktes Gras, doch ansonsten hatte das Varieté der 7 Wunder keine Spuren hinterlassen. Sieben Wunder wirst du sehen… So sprach der Zirkusdirektor in einem Gedicht zum Abschied. Was er damit meinte, wird wohl für immer rätselhaft bleiben. Es sei denn natürlich… Doch, das wäre wohl leichtsinnig, aber wie ich euch kenne…“ Er machte eine Pause. Aaron beugte sich in Zeitlupe nach vorne und sah ihn an. „Ja? Wenn ich was?“

John überlegte. „Nun, bevor ich dazu komme – ich möchte einige Details zu bedenken geben. In der Vorstellung gab es keine Clownsnummer. Der Clown, wer auch immer er war, trat nicht in Erscheinung. Ich erinnere nur, ihn noch einmal in den Schatten der Nacht gesehen zu haben, nachdem wir den Platz in Richtung Antikhof verlassen hatten. Und er sah uns nach. Da bin ich mir ziemlich sicher. Er stand bewegungslos im Nebel und starrte uns hinterher. So etwas vergisst man nicht. Und es hat meine persönliche, ich möchte sagen, Abneigung gegen Clowns nicht unbedingt geschmälert, wie ihr euch vorstellen könnt.“ Er schnaubte verächtlich.

 „Und dann die Sache mit dem Verblassen der Erinnerung: Schon einige Tage nach der Vorstellung schienen das Dorf und seine Umgebung vergessen zu haben, dass diese Nacht je existiert hatte. Nicht, dass es komplett aus dem Gedächtnis gelöscht worden wäre – es spielte nur rasend schnell keine Rolle mehr und man hatte den Eindruck, kein Mensch würde mehr aktiv an diesen Abend zurückdenken. Und das ist schon reichlich sonderbar, denn so etwas Besonderes behält man doch noch einige Zeit in seinen Gedanken am Leben, normalerweise. Wenn man die Leute heute ansprechen würde, die damals dabei waren, würden sie wohl nicht abstreiten, dass diese Vorstellung gegeben wurde – es würde sie nur nicht mehr im Geringsten interessieren. Und so kam es auch, dass euer Großvater die Fotografie und den Schlüssel des Clowns nie wieder aus dieser Kiste geholt hat. Und mir war das durchaus recht, wegen der Sache mit… Nun, ihr wisst ja…“ Aaron runzelte die Stirn. „Wegen des Clowns?“ John Aubrey nickte verschämt.

Aaron lehnte sich zurück und dachte nach. „Was meintest du vorhin damit, dass die Sache für immer rätselhaft bleiben wird, es sei denn… Was könnte ich denn tun?“ John Aubrey schreckte auf, auch er war in Gedanken versunken gewesen. „Nun, es gibt da eine Sache. Vielleicht ist es nur ein Zufall und es steckt nichts dahinter. Doch der Clown in der Nacht, er sprach davon, dass der Zirkus nach 30 Jahren zurückehren würde. An denselben Ort. Das würde bedeuten, hierher, in unser friedliches Dorf.“

„Dann,“ dachte Aaron laut nach. „Dann könnte es sein, dass demnächst über Nacht ein Zirkus beziehungsweise das Varieté der 7 Wunder auf der Dorfwiese erscheint? Einfach so? In der heutigen Zeit? Ich meine, was ist mit Genehmigungen und TÜV-Abnahmen und so. Da müsste doch jemand etwas davon wissen in der Verwaltung!“

John Aubrey sah Aaron skeptisch an. „Mein Herr Pfundeisen, geht es euch gut? Genehmigung… Pff… Habt ihr nicht verstanden – diesem Zirkus haftet ein Geheimnis an, ein dunkles Geheimnis, ein dunkel-magisches! Ich denke nicht, dass er sich um Genehmigungen schert.“ Er schüttelte den Kopf. „Aber etwas anderes könnte es auch bedeuten und das erfüllt mich nicht gerade mit Freude.“ Aaron sah auf. „Was meinst du?“

John rutschte unruhig auf seinem Sessel hin und her. „Nun, es könnte sein, dass wir in den nächsten Nächten, wenn wir es wohl darauf anlegen würden, durchaus die Chance hätten, dem geisterhaften Clown zu begegnen. Worauf ich selbstverständlich keinen Wert lege, doch immerhin sind dreißig Jahre vergangen. Und wir haben seinen Schlüssel.“ Er deutete auf die Kiste.

Aaron dachte wieder nach. Nun gut, da war eine Varieté-Vorstellung, die hier und da ein wenig merkwürdig schien. Doch vielleicht waren die Zirkusleute einfach nur sehr geschickt in der Organisation und im Marketing. Schneller Auf- und Abbau, grandioses Story-Telling in der Show. Fertig ist der Mythos. Wobei dagegen sprach, dass die Menschen den Abend so schnell vergessen zu haben schienen. Aber war das nicht schon immer so mit den Menschen? Waren die Augenblicke nicht schon immer flüchtig und wurden Erinnerungen nicht gerne rasant von der nächsten Sensation überschrieben? Aaron atmete durch. Unheimliche Clowns. Ein Thema, das auch ihm nicht sonderlich gute Laune machte, doch John schien ein schwerwiegenderes Problem damit zu haben. „John, woher kommt eigentlich deine Abneigung gegen Clowns?“

Doch bevor John antworten konnte, hörten die beiden ein lautes Krachen. Genau genommen krachte es dreimal, sogar rhythmisch. Jemand hatte mit dem Türklopfer gegen das Scheunentor gehämmert und dabei sowohl nicht mit seinen Kräften gespart als auch die inzwischen angebrachte elektrische Türklingel geflissentlich ignoriert. John Aubrey schoss aus seinem Sessel empor und sah sich hektisch um. Aaron grinste. „Das ist bestimmt nicht der Clown, John!“ John Aubreys Stirn bildete eine Zornesfalte. „Nun, das können wir nicht mit Bestimmtheit wissen, mit Verlaub – doch auch jeder andere Besucher wäre jetzt um diese Zeit höchst unerwartet, meint ihr nicht?“

John hatte Recht. Es war nach 21:00 Uhr, es war Ruhetag. Und außerdem war es stockdunkel, was jegliche Begebenheit, die man nicht sofort erklären konnte, um ein Vielfaches beunruhigender wirken ließ, als es bei Tageslicht der Fall gewesen wäre. Keiner der beiden Männer machte Anstalten, sich zu bewegen. Da klopfte es noch einmal. Wieder waren es drei Schläge, dieses Mal schienen sie jedoch etwas dosierter.

„Ich denke“, begann Aaron unsicher, „wir werden wohl nachschauen müssen!“ Er erhob sich, schritt durch die geheime Tür des Arbeitszimmers in die Ausstellungsfläche, die ebenfalls beinahe stockdunkel vor ihnen lag und ging zügig nach vorne. Er kannte die Wege in- und auswendig. Er vermied es, Licht zu machen, denn er wollte erst einmal durch eines der Fenster sehen, von dem aus man einen Blick auf den Hof erhaschen konnte. Er hörte, wie ihm John Aubrey folgte. Das beruhigte ihn, obgleich ihm ein Geist bei handfester Gefahr nun wirklich nicht zur Seite stehen konnte.

Am Fenster angekommen ging Aaron in die Hocke, um von außen nicht sofort entdeckt zu werden. Dann schob er seinen Kopf langsam Stück für Stück nach oben, um nach draußen blicken zu können. Der Hof war jetzt um diese Zeit in ein sanftes, milchiges Licht getaucht. Dafür sorgten die unzähligen Solarlichterketten, die sich tagsüber mit Sonnenlicht aufgeladen hatten und nun bis zum Erliegen der Akkus ihren Dienst taten. Es war ein eigentlich traumhaft schöner Anblick, wie sich die Lichterketten kreuz und quer über den Hof verteilten und in weichen Bögen in der Luft hingen.

Doch mitten im Hof stand jemand bewegungslos in diesem Schummerlicht und verlieh der Szenerie unweigerlich eine unheimliche Note. Derjenige war wohl einen Schritt zurückgetreten, nachdem man ihm nicht sofort geöffnet hatte und schien nachdenklich zu verharren. Von seinem Gesicht konnte man nichts erkennen und auch die Gestalt selbst war schwer zu definieren. Unförmig sah sie aus. Groß und breit und mit einer Art riesigem Buckel. Da ging plötzlich ein Ruck durch die Gestalt und sie schritt erneut, mit einem Mal energisch, auf das Scheunentor zu und klopfte abermals. John und Aaron hielten den Atem an und sahen sich unschlüssig an.

Und hier endet zunächst einmal der kleine Vorgeschmack auf "Band 2" meiner kleinen Kurz-Roman-Reihe. Aktuell schreibe ich Band 2 gerade - und sobald er fertig ist, wird er über Amazon sowohl als Kindle-Version als auch als Taschenbuch erhältlich sein. Ich denke, das wird im Herbst 2027 der Fall sein... Alles, was bisher von mir erhältlich ist, habe ich in meinem Shop aufgelistet!

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